Carte Blanche: Ein Bond-Roman - Jeffery Deaver

Jeffery Deaver ist einer von wenigen Autoren, dem die Erlaubnis gegeben wurde, offiziell die James Bond Reihe fortzusetzen. Ich habe den Großteil der originalen Bond-Bücher von Ian Fleming gelesen und war deswegen sehr gespannt auf Deavers Umsetzung.

Unter Jeffery Deavers Feder muss James Bond von Land zu Land reisen um eine Katastrophe, die viele Menschenleben kosten könnte, aufzuhalten. Deaver hat gekonnt Spannung erzeugt, sodass ich das Buch bzw. den Kindle kaum aus den Händen legen konnte und die Geschichte fast in einem Ruck durchgelesen habe. Viele Elemente haben vor allem an die neuen James Bond Filme erinnert, aber dennoch war es für mich nicht 100%ig James Bond. Ein Merkmal des bekannten Agenten ist sein Lieblingsgetränk Wodka Martini. In diesem Buch jedoch trinkt er alles von Bier über Wein hin zu einem selbst kreierten Cocktail und nur ein einziges Mal einen geschüttelten Wodka Martini. Natürlich ist das kein KO-Kriterium, aber dennoch ist es etwas, das man mit James Bond assoziiert. Und da ist es einfach schade (und auch etwas irritierend), wenn sein bekanntes Lieblingsgetränk unter all den anderen verloren geht. 

Bei typischen James Bond Büchern/Filmen ist meist ziemlich schnell klar, wer der Böse in der Geschichte ist. Bei Carte Blanche hingegen ist man im Laufe der Erzählung immer wieder hin- und hergerissen, wird teilweise auf falsche Wege geleitet und erfährt erst am Ende wirklich, was hinter allem steckt. Diese Abweichung von den originalen Bücher ist jedoch keinesfalls negativ zu sehen, da es sehr zur Spannung beiträgt.

Da ich vor allem die originalen Ian Fleming Bücher und deren Verfilmungen kenne, habe ich mir zu Beginn etwas schwer getan, James Bond in einem so modernen Setting zu sehen, mit seinem Smartphone, dem Fotoapparat in einem Inhalator und der Tatsache, dass er eigentlich nicht fürs MI6 arbeitet. Im Großen und Ganzen bin ich aber der Meinung, dass Jeffery Deaver ein außerordentlich spannender Agententhriller gelungen ist. Mit James Bond assoziiere ich zwar immer noch einen britischen Gentleman, wenn man aber beispielsweise die letzten beiden Verfilmungen (Casino Royal und ein Quantum Trost) zur Beurteilung heranzieht, kann Carte Blanche sich sehr wohl in die Reigen der James Bond Bücher einreihen. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass Deavers Roman eine tolle Fortsetzung der bisherigen Filme sein könnte.

Mit gutem Gewissen kann ich also eine Leseempfehlung für dieses Buch aussprechen und würde diesem Agententhriller 4 von 5 Sterne geben.