Wool Omnibus Edition (Silo, #1; Wool, #1-5) - Hugh Howey

Wool Omnibus von Hugh Howey

 

Nachdem ich den ersten Teil des Buches vor einiger Zeit schon mal gelesen habe und trotz mancher qualitativer Einbrüche sehr gespannt war, was sich Howey alles für seine alternative Realität einfallen ließ, habe ich voller Vorfreude die Omnibus-Edition fortgesetzt. Jetzt stelle ich mir aber die Frage, warum dieses Buch so viele sehr gute Rezensionen bekommen hat. Der Autor hat meiner Meinung nach viel zu viel Wert auf vollkommen unnütze Informationen und Handlungen gelegt und diese viel zu ausführlich beschrieben. Nach Teil/Kapitel/Buch – oder wie man es auch nennen mag – eins, habe ich mich gefreut, etwas mehr über die von Howey erschaffene Welt zu erfahren, um dann aber vollkommen enttäuscht zu werden und mehrere Seiten lang darüber zu lesen, wie zwei Menschen so und so viele Stockwerke runter gehen, sich dort kurz aufhalten und sich dann wieder auf den - beschwerlichen - Weg ins oberste Stockwerk machen. Oftmals hatte ich in diesem Buch das Bedürfnis mehrere Seiten einfach zu überspringen, weil überhaupt nichts passiert. Der Mittelteil des Buches ist im Vergleich hingegen wirklich gut gelungen. Man erfährt einiges über die Hauptcharaktere, deren Leben und die Geschichte, um die es hier geht. Negativ war jedoch, das viel zu viel Informationen auf wenigen Seiten komprimiert waren. Das, was an manchen Stellen zu wenig passierte, war hier zu viel. Es kam mir eher so vor, als würde der Autor eine Liste an wichtigen Informationen nach und nach abarbeiten und alles in ein Kapitel zwängen. Das Ende des Buches ist wiederum durch einen qualitativen Einbruch gekennzeichnet und lässt viel zu viele Fragen offen. Man wartet ein ganzes Buch darauf, um zu erfahren, warum Menschen in gewissen Situationen bisher immer gleich reagiert haben und erhält dann die dürftige Erklärung, dass es psychologisch bedingt ist. Das kann zwar schon sein, aber da es sich um einen wesentlichen Aspekt des Buches handelt, habe ich mir da schon mehr erwartet.

Grundsätzlich würde ich Wool drei Sterne geben. Die Idee, die hinter diesem Buch steckt, ist wirklich gut, nur ist die Umsetzung an einigen Punkten mehr als dürftig. Für diejenigen, die Antworten nicht wirklich hinterfragen oder sich nichts draus machen, wenn aufkommende Fragen bis zum Ende hin nicht beantwortet werden und sich vielleicht nur berieseln lassen möchten, ist das Buch sicherlich nicht schlecht. Ich war am Ende des Buches aber eher etwas genervt und froh, endlich mit etwas Neuem anzufangen. Klar kostet das Buch keine 10 oder 15 Euro, sondern wirklich nur € 3,08, aber dennoch finde ich es keinen Fehler, trotz des Preises eine gewisse Erwartung an ein Buch zu haben. Nur weil etwas billig ist, muss ich mich nicht mit geringerer Qualität zufrieden geben, oder? :)

 

Edit: Ich habe erfahren, dass es noch einen sechsten Teil zu dieser Reihe gibt. Bei Gelegenheit werde ich ihn mal lesen und wenn nötig, diese Rezension anpassen. Vielleicht werden dann ja einige der offenen Fragen doch noch beantwortet :)